Die NAUTILUS erreichte die bezeichnete Position kurz vor Mitternacht. Um nicht entdeckt zu werden – aber auch, weil das Schiff unter Wasser beinahe doppelt so schnell fahren konnte wie über Wasser –, hatten sie einen Großteil der Strecke tauchend zurückgelegt, und Trautman war extrem vorsichtig, als sie schließlich wieder nach oben kamen: Der Turm der NAUTILUS durchbrach die Wasseroberfläche gerade weit genug, daß sie den Ausstieg öffnen konnten. Erst als Singh, der nach oben geklettert war, meldete, daß sie allein waren, tauchte das Schiff ganz auf. Mike verstand diese Vorsichtsmaßnahmen nur zu gut. Es war sehr wichtig, daß die NAUTILUS nicht gesehen wurde. Sie war zwar jedem anderem Schiff auf der Welt überlegen und konnte im Notfall einfach tauchen und so jedem denkbaren Verfolger eine lange Nase drehen, aber ihr zuverlässigster Schutz war noch immer der Umstand, daß niemand von ihrer Existenz wußte. Wenn sich erst einmal herumsprach, daß das märchenhafte Schiff Kapitän Nemos tatsächlich existierte, dann würde eine weltweite Hetzjagd auf die NAUTILUS beginnen, der sie auf Dauer nicht entkommen konnten. Während des letzten Jahres hatten sie sich zumeist in einsamen Gegenden der Weltmeere aufgehalten, weitab von allen bekannten Schiffahrtsrouten. Hier und jetzt aber befanden sie sich in einem der dichtbefahrensten Gebiete der Meere. Der Erste Weltkrieg tobte seit einem guten Jahr, und er hatte auch vor dem Ozean nicht haltgemacht. Deutsche, britische und französische Schiffe hatten sich gerade vor den Küsten Englands schon mehr als ein Gefecht geliefert, und jeder, der hier draußen war, würde den Ozean sehr aufmerksam beobachten.

Aber im Augenblick waren sie allein.



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